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Supermeetings in Wissenschaft und Technik im 20. Jahrhundert

 

Wir von Doodle wollen dir ein Produkt bieten, das Zusammenkünfte einfach macht. Im Team erreicht man Großartiges und wir glauben: Jede Zusammenkunft, jedes Meeting hat das Potenzial zum Supermeeting. In dieser Blogreihe lassen wir die wichtigsten Teamarbeiten des 20. Jahrhunderts Revue passieren.

Im Jahr 2018 geht ohne Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technik gar nichts. In Laboren, Start-ups und Coworking-Spaces von Berlin bis Peking – überall tun sich Leute in Teams zusammen und suchen nach der nächsten großen Idee, der nächsten bahnbrechenden Innovation. Kein Wunder, dass der teamorientierte Ansatz so beliebt ist, hat er doch große wissenschaftliche Durchbrüche hervorgebracht. Er ist verantwortlich für die Entwicklung neuer technischer Produkte, die alles auf den Kopf gestellt haben. Folgende drei Zusammenkünfte von Menschen haben der heutigen teamorientierten Kultur den Weg geebnet.

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Die Original-Tech-Bros des Silicon Valley

Bevor sie zur 113 Milliarden schweren Computerfirma Hewlett Packard wurden, waren sie Bill Hewlett und Dave Packard. Sie waren Studienkollegen in Stanford und standen beide auf Camping, Angeln, die Natur und natürlich Elektrotechnik. Ihr Mentor Professor Fred Terman ermutigte sie dazu, etwas aus ihren gemeinsamen Leidenschaften und Talenten zu machen. Warum nicht zusammen ein Unternehmen gründen? Gesagt, getan! 1938 eröffneten sie ihre Firma im kalifornischen Palo Alto – in einer einfachen Garage. Ihr Startkapital: 538 Dollar. Nun hieß es nur noch, einen geeigneten Unternehmensnamen zu finden. War nun Hewlett Packard oder Packard Hewlett besser? Sie konnten sich nicht entscheiden und am Ende entschied die Münze. Das war die Geburtsstunde von Hewlett Packard. Ein bescheidener Anfang, doch dann kam Großes: Die beiden entwickelten den Audio-Oszillator HP200A, der für die Tests von Tonausrüstung eingesetzt werden sollte. Aber warum HP200A anstatt H0001? Anscheinend um den Eindruck zu vermitteln, HP wäre bereits ein etabliertes Unternehmen. Ein Schachzug, der funktionierte: Walt Disney bestellte acht HP-Oszillatoren für die Produktion seines Films Fantasia.

1968 erreichte HP einen Meilenstein seiner Geschichte: Der Hewlett Packard 9100A ebnete den weiteren Weg des Unternehmens. Die Rede ist vom weltweit ersten Desktop-PC (Personal Computer). Andere innovative Produkte folgten, zum Beispiel 1972 der weltweit erste wissenschaftliche elektronische Hand-Taschenrechner. Seit 1963 ist HP konstant unter den Fortune 500 vertreten und hält sogar 80 Jahre nach seiner Gründung noch 17 Prozent Marktanteil bei Computern. Im Großen und Ganzen arbeiteten Dave und Bill nur zwei Jahre in besagter Garage in Palo Alto. Aber sie (und auch alle anderen) erinnerten sich immer an die bescheidenen Anfänge des Unternehmens, die sich in dieser Garage zugetragen haben. Nicht nur ist die Gründungsgeschichte mit der Garage zu einem Grundstein der Start-up-Mythologie geworden. Der Stadtrat von Palo Alto hat die Hewlett-Packard-Garage in Kalifornien sogar zum „California Historical Landmark” erklärt.

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Die schlauen Frauen von Bletchley Park

Während des Zweiten Weltkriegs kommunizierten sowohl Alliierte als auch Achsenmächte durch Codes. Die Codes der anderen zu knacken war daher für beide Seiten immens wichtig. Die Briten knackten sie im englischen Bletchley Park, dem Nervenzentrum für Botschaftsentschlüsselung. Viele Frauen hatten damals Assistenzpositionen. Sie übersetzten Dokumente der Achsenmächte, bedienten kryptografische Maschinen und assistierten in der Verwaltung. Der Löwenanteil der analytischen und mathematischen Arbeit in Bletchley war jedoch Männersache. Wen wundert das? Schließlich wurden Frauen, die in MINT-Branchen Karriere machen wollten, systematisch ausgebremst. An der Universität Oxford zum Beispiel konnten Frauen erst im Oktober 1920 einen Abschluss machen. Aber als der Krieg fortschritt und die Regierung immer mehr Soldaten einzog, wurden die männlichen Mathematiker und Code-Knacker rar. Schon bald stellte der leitende Kryptoanalytiker Dilly Knox gleichermaßen Frauen wie Männer ein. Manch einer war der Meinung, die Frauen wären Dilettantinnen. Sogar Churchill war angeblich nicht sehr erfreut über diese unorthodoxe Personalstrategie. Berichten zufolge soll er bei einem Besuch in Bletchley gesagt haben: „Ich weiß, ich habe Ihnen gesagt, nichts unversucht zu lassen, um Personal zu finden. Aber ich hatte nicht die geringste Ahnung, dass Sie mich so beim Wort nehmen würden.“

Trotz der Skepsis stürzten sich die Frauen von Bletchley Park in eine der dringlichsten Arbeiten des Krieges: den deutschen Code der Enigma-Maschine zu knacken. Die britischen Kryptoanalytiker entwickelten die „Bombe“, eine elektromechanische Maschine, die ihnen letztlich half, den Code zu entschlüsseln. Und wer war maßgeblich am Bau der „Bombe“ und an der Entschlüsselung des Codes beteiligt? Die Frauen, die einige nicht ernst nehmen wollten. Jane Fawcett arbeitete in der „Hut 6“, einer Abteilung auch bekannt als „Frauen-Hut“. Sie war eine der Ersten, die einen Fetzen Enigma-Code knacken konnten. Dadurch konnten die Briten ein deutsches Kriegsschiff aufspüren. Und dank einer Nachricht, die Mavis Batey entschlüsselte, konnte das Team von Knox den Enigma-Code knacken. Dann war da noch Jean Valentine. Als eine der wenigen Bletchley-Angestellten war sie in der Lage, die „Bombe“ zu bedienen. Anscheinend machte sich die unorthodoxe Personalstrategie von Dilly Knox bezahlt.

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Ein äußerst wichtiges Mitglied im Team von Steve Jobs

Nein, wir meinen hier nicht Steve Wozniak. Klar, wer an Kooperationen bei Apple denkt, hat sofort die beiden Gründer Jobs und Wozniak im Kopf. Aus gutem Grund: Die beiden haben Computer-Geschichte geschrieben. Beim Design und bei der Entwicklung aller Apple-Produkte haben wir es aber noch mit einem weiteren sehr wichtigen (obwohl weitgehend unbekannten) Teammitglied zu tun: Die Rede ist von der Künstlerin und Grafikdesignerin Susan Kare.

Es ist kein Geheimnis, dass der Schriften- und Grafikdesign liebende Jobs hohe Ansprüche an den Look seiner Produkte hatte (und ziemlich pingelig war). Als er 1984 den Original-Mac designte, hatte er einen gutaussehenden, einfach zu bedienenden Computer vor Augen. Und das sollte sowohl für das Äußere als auch für den Desktop gelten. Er wollte eine grafische Oberfläche mit leicht verständlichen Bezeichnungen. Computer sollten von jedem intuitiv bedienbar sein. Dafür brauchte er jemanden, der nicht nur seine Vision teilte, sondern auch das Talent hatte, diese zum Leben zu erwecken. Hier kam Susan Kare ins Spiel. 1982 stieß sie mit frisch gebackenem Kunstabschluss zum Apple-Team und veränderte für immer das Design von Personal Computern.

Jobs und Kare erfanden die Icons, die Symbole, die auf jedem Computer-Desktop verwendet werden. Kare skizzierte sie auf Millimeterpapier (ein Kästchen pro Pixel), denn die Software für Pixel-Design am Bildschirm war noch nicht entwickelt. Der Paint-Eimer, das Lasso, die Befehlstaste – alles Kares Designs. Außerdem entwickelte sie die innovativen, visuell ansprechenden Schriften für den Mac, für die auch Jobs Input lieferte. Kare hatte sie ursprünglich nach den Haltestellen von Philadelphias Hauptzugstrecke benannt: Ardmore, Rosemont, Overbrook. Als Jobs sich nach dem Fortschreiten der Arbeit erkundigte, schlug er vor, die Schriften lieber nach großen Städten zu benennen. Daraus wurde unter anderem die Schrift Geneva.

Egal, ob du in Technik, Kunst, Politik oder einer anderen Branche arbeitest: Aus der Teamarbeit von heute können die innovativen Ideen von morgen werden. Welche drei kreativen Teamarbeiten Kunst und Kultur im 20. Jahrhundert revolutioniert haben, erfährst du in einem der nächsten Blogbeiträge.

Jessica Miller is an Australian writer currently based in Berlin.

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