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Kreativität braucht einen Termin

Der ungarisch-amerikanische Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi gilt als der Schöpfer der Flow-Theorie. Flow  bezeichnet das als beglückend erlebte Gefühl eines mentalen Zustandes völliger Vertiefung (Konzentration) und restlosen Aufgehen in einer Tätigkeit („Absorption“), die wie von selbst vor sich geht. Bereits 1975 erkannte Csikszentmihalyi, dass wir diese „Flow-Zustände“ brauchen, um komplexe Probleme zu lösen, innovative Ideen zu entwickeln und kreativ zu sein. Um in den Flow zu kommen, muss man über einen längeren Zeitraum absolut ungestört sein. Und genau hier liegt die Herausforderung, denn unser heutiges Arbeitsumfeld lässt dies kaum zu.

Wir sind ständig abgelenkt, für jeden rund um die Uhr erreichbar, eingebunden und ausgebucht. Ein Kalender voller Meetings und Termine ist extrem kontraproduktiv, wenn fokussiertes, kreatives Arbeiten und Denken gefragt ist. Dein Terminkalender kann aber auch der Schlüssel dazu sein, dir eine Kreativzeit zu nehmen und auch im Arbeitsalltag in den Flow hineinzufinden. Du brauchst dir nur Zeitblöcke für kreatives Arbeiten im Kalender zu reservieren.

Und das soll funktionieren? Kreativität nach Plan? Ist es nicht so, dass man dafür in der Stimmung sein muss? Die klischeehafte Vorstellung des von der Muse geküssten Künstlers und dem chaotischen Kreativen lassen uns glauben, dass Inspiration sich nicht gezielt abrufen lässt. Jeder erfolgreiche Kreative wird dem widersprechen. Chuck Close, Maler und Fotorealist brachte es auf den Punkt: „Inspiration ist für Amateure – der Rest von uns setzt sich hin und macht sich an die Arbeit.“

Und tatsächlich, feste Zeiten für kreatives Wirken sind und waren schon immer eine effiziente Strategie (schon Mozart komponierte dann, wenn es sein Tagesplan vorsah). Wenn du deine Kreativzeit richtig planst, wird sich auch der Erfolg einstellen.

Diese Punkte bringen den Erfolg:

  1. Reserviere dir ein Zeitfenster im Kalender. Sei grosszügig, 45 Minuten reichen nicht aus, um in deinen Flow zu kommen. Plane mindestens drei bis vier Stunden ein. Noch optimaler ist es, wenn du dir dafür einen ganzen Tag reservieren kannst. Wer regelmässig Kreativzeit einplant, erkennt recht schnell, wieviel Zeit für einen selbst am sinnvollsten ist. Für die einen sind 4 Stunden vollkommen ausreichend um in den Flow zu kommen, andere brauchen einen ganzen Tag.
  2. Nimm den Termin genauso ernst, wie alle anderen Termine. Also: nicht absagen, verschieben oder zu spät kommen. Mach dir dennoch Gedanken, wie diese Kreativzeit in deine Arbeitszeit passt. Welcher Typ bist du? Die meisten Menschen arbeiten nach Manager oder Macher Zeitplänen. Egal ob du und deine Kollegen den Tag in Stundenintervallen strukturieren oder in grösseren Zeitblöcken, du solltest deutlich kommunizieren, dass deine Kreativzeit für dich Priorität hat. Davor oder danach stehst du deinen Kollegen gerne zur Verfügung.
  3. Klink dich aus und sei konsequent! Schalte dein Handy in den Flugmodus. Nimm keine Anrufe entgegen und checke auch keine Mails. Lass Kunden und Kollegen wissen, dass du in dieser Zeit für niemanden erreichbar bist.
  4. Setz dir keine Ziele. Während der Kreativzeit steht der Prozess im Vordergrund und nicht das Resultat. Mach dir dies bewusst, denn wir sind es gewohnt auf Resultate fokussiert zu sein. Ohne bestimmtes Ziel sind die Gedanken freier und du kannst dich mit abstrakten Ideen beschäftigen oder mit konkreten Problemlösungen. Wenn deine Gedanken einfach nur abschweifen ist das auch gut.
  5. Keine Panik! Meistens wirst du in einer solchen Auszeit kreativ, effizient und produktiv sein. Es wird aber auch Tage geben, an denen die Inspiration dich im Stich lässt und du das Ganze  als reine Zeitverschwendung empfindest. Das ist völlig normal. Man kann nicht immer kreativ sein, auch wenn man es sich vornimmt. Ohne diese bewusste Zeit, in der man sich dem Prozess widmet, würde die Kreativität jedoch ganz auf der Strecke bleiben.

Kreativität ist unvorhersehbar. Nicht umsonst spricht man auch von einem „Geistesblitz“ der einen plötzlich inspiriert. Aber dein nächster genialer Einfall wird ganz ausbleiben, wenn du ihm nicht Zeit einräumst. Schaffe dir die Zeit im Kalender, trage den Termin ein und überlasse dich dem Flow.

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