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Simple Strategien für mehr Diversität in Meetings

Wenn es um Vielfalt und Integration am Arbeitsplatz geht, sprechen die Statistiken eine deutliche Sprache: Für Unternehmen, mit einer ethnischen Vielfalt am Arbeitsplatz liegt die Wahrscheinlichkeit um 35% höher, dass sie wirtschaftlich erfolgreicher sind als Unternehmen mit weniger Diversität.  Und für Unternehmen mit einer unterschiedlichen Zusammensetzung der Geschlechter ist es 15% wahrscheinlicher, dass sie die Konkurrenz übertreffen, so eine Studie von McKinsey.  Marktanalytiker Josh Bersin stellt fest, dass Unternehmen mit größerer Diversität 1,7 Mal häufiger Innovationsführer werden. Auch der Harvard Business Review berichtet, dass Mitarbeiterdiversität die Chancen, neue Märkte zu erschließen, um ganze 70 % erhöht. Aber das ist noch nicht alles. Die Arbeitsvermittlungsagentur Glassdoor berichtet, dass 67 % der Arbeitsuchenden Diversität als wichtigen Faktor bei der Bewertung  potenzieller Arbeitsplätze betrachten. Abgesehen davon, dass Arbeitsplätze mit hoher Diversität die Vielfalt der Welt widerspiegeln, in der wir leben, sind sie wünschenswerter und konkurrenzfähiger als homogenere Arbeitsumfelder.

Wie zeigt sich Diversität in den Unternehmen? Nehmen wir das Fallbeispiel USA: 2016 berichtete Fortune, dass bei den 500 von Fortune untersuchten Unternehmen nur 4 % der Managerpositionen mit Frauen besetzt sind. Wie wenig Frauen das sind, zeigt die Tatsache, dass es sogar mehr CEOs mit dem Vornamen Dave gibt als Frauen in Führungspositionen. Eine aktuelle Studie hat außerdem ergeben, dass schwarze US-Amerikaner 16 % seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden, eine Benachteiligung also, die bereits vor Betreten der Firma beginnt. Außerhalb der USA sieht es insgesamt nicht viel besser aus.

Welche Hürden muss man überwinden, wenn es um Diversität am Arbeitsplatz geht? Es gibt eine Vielzahl struktureller und systemischer Herausforderungen. Es gibt aber auch machbare, leicht umzusetzende Strategien, die eine große Wirkung haben können, wenn es darum geht, ein vielfältiges, integratives Arbeitsumfeld zu fördern und zu pflegen. Das geht von der Anstellung, über Beförderungen bis zur Gestaltung von Meetings. Meetings sind unser Motor, hier bei Doodle, und wir wissen, was es zu beachten gilt bei Meetings, gerade auch dann, wenn es um Diversität geht.

Vor dem Meeting

Mit ein paar praktischen Vorbereitungen im Vorfeld, kannst du dafür sorgen, dass sich bei deinem Meeting jeder wohlfühlt und auch gerne aktiv daran teilnimmt.

Gehe deine Teilnehmerliste durch. Spiegelt Sie die Vielfalt in eurem Unternehmen wider? Wenn nicht, dann solltest du sie anpassen. Auch wenn es ungewöhnlich erscheint, aber frische Gesichter können auch für frischen Wind in deinen Meetings sorgen.

Deine Teilnehmerliste berücksichtigt bereits alles und doch tauchen immer die gleichen Leute in den Meetings auf oder eben nicht. Warum kommen einige immer zu spät und andere schleichen sich vor dem Ende raus? Sind es immer die gleichen, die sich beteiligen? Um das zu verstehen und zu ändern, lohnt es sich etwas mehr in die Tiefe zu gehen. Fällt dein Meeting vielleicht auf einen religiösen oder kulturellen Feiertag und schliesst so einige Teilnehmer aus? Gibt es in den Pausen Snacks, dann achte darauf, dass auch hier für alles etwas dabei ist. Vegetarisch oder koscheres Essen ist für manche wichtig.

Berücksichtige bei der zeitlichen Planung deiner Meetings jedoch nicht nur Kulturelles. Das Meeting nicht auf den frühen Morgen oder späten Abend zu legen, kann berufstätigen Eltern schon helfen., dass es keine Überschneidung mit familiären Pflichten gibt. Wenn du im Vorfeld des Meetings die Teilnehmer dazu aufforderst, Ideen einzubringen, fühlen sie sich einbezogen und ernst genommen. Themen, die du vielleicht gar nicht bedacht hast, können so auch berücksichtigt werden. Im Vorfeld solltest du mögliche viele Informationen kommunizieren. So sind alle auf dem gleichen Kenntnisstand und können dem Meeting problemlos folgen. Für Menschen mit Handicap kann es zum Beispiel hilfreich sein, die örtlichen Begebenheiten schon vorab zu kennen.

Während des Meetings

Du hast also die Vorarbeit geleistet und dafür gesorgt, dass eine gemischte Teilnehmergruppe zusammenkommt und sich alle bei dem Meeting wohlfühlen müssten. Trotzdem haben letztendlich wieder die üblichen Verdächtigen das Geschehen beherrscht. Das ist ein ganz klassisches Problem: In einem durchschnittlichen 8-Personen-Meeting werden 70 % des Gesprächs in der Regel von gerade einmal 3 Personen bestritten. Es kann leicht passieren, dass diese dominanten Stimmen die Berücksichtigung vielfältigerer Standpunkte verhindern. Es ist ein ganz wesentlicher Punkt, den richtigen Ton zu treffen und darauf zu achten, dass jeder zu Wort kommt und sich ernst genommen fühlt. Wenn du feststellst, dass dieselben Personen das Gespräch immer wieder an sich reißen, kannst du auch erwägen, Richtlinien aufzustellen, die es grundsätzlich untersagen, jemanden in einem Meeting zu unterbrechen. Wenn du als Leiter eines Meetings bemerkst, dass eine Person häufig andere unterbricht, ist es deine Aufgabe, den Betreffenden höflich, aber bestimmt dazu aufzufordern, andere ausreden zu lassen, und das Thema gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt unter vier Augen zu besprechen. Wenn du Rückmeldungen zu einem heiklen Thema haben möchtest, kannst du auch versuchen, alle Anwesenden nacheinander um ihre persönliche Meinung zu bitten. Oder du stellst eine Frage in den Raum und lässt den Teilnehmern ein paar Minuten Zeit, ihre Antworten zu Papier zu bringen, bevor sie sich äußern. So kann sich jeder hierzu ein paar Gedanken machen, was einem Umfeld vorbeugt, in dem immer nur die Lautesten und Schnellsten zu Wort kommen.

Aber Unterbrechungen einen Riegel vorzuschieben, reicht nicht. Es ist außerdem wichtig, dafür zu sorgen, dass viele verschiedene Stimmen gehört und Ideen auch korrekt zugeordnet werden. Das kann man erreichen, indem man eine Idee einfach aufgreift, noch einmal wiederholt und den Namen des Ideengebers hinten dranhängt. Mitarbeiterinnen des Weißen Hauses unter Obama haben festgestellt, dass sich das im Nachhinein bezahlt machen kann. So berichtete die Washington Post:

„Die Mitarbeiterinnen pflegten bei Meetings eine sogenannte ‚Verstärkungs‘-Strategie: Brachte eine Teilnehmerin einen wichtigen Punkt zur Sprache, wurde dieser von einer anderen Teilnehmerin wiederholt, die den Beitrag namentlich der Urheberin zuwies. Dies zwang die männlichen Teilnehmer, den Beitrag zur Kenntnis zu nehmen, und verhinderte, dass sie sich die Idee unrechtmäßig zu eigen machten.“

In Obamas erster Amtszeit waren die meisten höherrangigen Mitarbeiter Männer. In seiner zweiten Amtszeit war das Verhältnis zwischen Männern und Frauen ausgewogen. Offensichtlich hatte diese Strategie, die dazu dienen sollte, die Beiträge von Frauen sichtbarer zu machen, Erfolg.

In diversen und integrativen Arbeitsumfeldern profitiert alles und jeder – einschließlich der unteren Ebenen. Und mithilfe dieser simplen Vorgehensweisen kannst du mit deinen Meetings zu einer integrativen Arbeitsplatzkultur beitragen. Nur ein Meeting, bei dem alle Stimmen gehört und gewürdigt werden, ist ein gutes Meeting.

 

 

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